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Stadtkirche Haiger

Jury muss entscheiden: Wer malt die Freske?

Dieser Entscheidung stellt sich nun eine fünfzehnköpfige Jury, die sich erstmals in der Stadtkirche Haiger versammelte, um alle Bildeinsendungen zum Kunstwettbewerb 2022 zu sichten. Rund vierzig Einsendungen an Kunstwerken unterschiedlichster Art warteten darauf, bewertet zu werden.

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Der Aufruf zum Kunstwettbewerb zog eine bemerkenswerte Resonanz nach sich: Vierzig Zusendungen präsentierten eine eindrucksvolle Vielfalt. Keine leichte Aufgabe für die fünfzehnköpfige Jury, die sich erstmals in der evangelischen Stadtkirche Haiger versammelte, um alle Bildeinsendungen zum Kunstwettbewerb 2022 zu sichten.

Rund vierzig Einsendungen an Kunstwerken unterschiedlichster Art warteten darauf, bewertet zu werden – vom Aquarell über Collage bis hin zur Skulptur und vom Glasbildentwurf bis zum Holzschnitt. Ziel des Treffens war es, eine Vorauswahl zu treffen, aus der in einem weiteren Jurytreffen das Gewinnermotiv zur Vervollständigung des bestehenden Bild-Zyklus in der Stadtkirche Haiger bestimmt werden soll. Das war keine leichte Aufgabe für das Gremium. Insgesamt kamen sieben Einsendungen in die engere Auswahl – aus diesen gilt es, ein Gewinner-Kunstwerk zu wählen.

Spannende Aufgabe für die Jury

Zur Jury zählten neben dem Haigerer Bürgermeister Mario Schramm, die Pfarrerinnen Tatjana Frenzel und Kersten Marie Stegmann, Sascha Schwunck und Susann Brustolon vom Kirchenvorstand, Dekan Roland Jaeckle und der Referent für Öffentlichkeitsarbeit Holger Jörn Becker-von Wolff vom Ev. Dekanat an der Dill, Propsteikantorin Petra Denker, Joachim Raabe als Vertreter für die katholische Kirchengemeinde, Anneli Franz vom Malkreis Haiger, Annelie Härtl vom Kunst-und-Literaturverein Dill-Lahn, Andreas Rompf vom städtischen Kulturamt, Petra Eschmann vom Referat Öffentlichkeitsarbeit der EKHN, Markus Zink vom Zentrum Verkündigung der EKHN aus Frankfurt und die Architektin Ines Vetter vom regionalen Bauamt der EKHN, die auch den Denkmalschutz vertritt.

„Alle Künstlerinnen und Künstler, die sich an der Ausschreibung beteiligten, haben wirklich tolle Arbeit geleistet und machten uns die Entscheidung nicht leicht. Umso schöner ist es, dass nicht nur die Leistung einer Person honoriert wird. Ich bin gespannt, welches der ausgewählten Kunstwerke schließlich den Fresken-Zyklus in unserer schönen Stadtkirche vollenden wird“, fasste Bürgermeister Schramm die Eindrücke vom Jurytreffen zusammen.

Alle Einsendungen behandeln die Auferstehung Jesu

Der bestehende Freskenzyklus in der historischen Stadtkirche zeigt im Chorraum Motive aus der biblischen Leidensgeschichte Jesu: Vom Einzug in Jerusalem über das Letzte Abendmahl, das Gebet und die Gefangennahme im Garten Gethsemane, die Verurteilung Jesu, die Kreuzigung und schließlich das Grab. Es fehlt ein Bild der Auferstehung Jesu. Ein Platz rechts neben der Grablegung Jesu wäre noch frei. Daher hat die Evangelische Kirchengemeinde Haiger im Dezember vergangenen Jahres Künstler aufgerufen, eine moderne Freske für die Auferstehung zu gestalten, die sich in den bestehenden mittelalterlichen Zyklus einfügen soll.

Der Aufruf zum Kunstwettbewerb sorgte für ein großes mediales Interesse: „Viele Künstlerinnen und Künstler aus ganz Deutschland haben sich Gedanken gemacht und einige sind dafür sogar extra nach Haiger gekommen, um sich die Stadtkirche und ihre Fresken anzusehen“, berichtet Andreas Rompf vom Kulturamt der Stadt Haiger. Rompf, der auch Mitglied im Kirchenvorstand der Kirchengemeinde ist, hat selbst mehrere Künstlerinnen und Künstler durch die Stadtkirche geführt.

Als weitere Unterstützung zur Interpretation und handwerklichen Umsetzung des Motives dienten außerdem Bücher über die Fresken der Stadtkirche, die den interessierten Künstlerinnen und Künstlern vorab zugeschickt wurden. Bis zum Ende des Wettbewerbes wurden rund vierzig Kunstwerke beim Kulturamt der Stadt Haiger eingereicht. Die Herkunftsorte beschränkten sich dabei nicht nur auf Haiger und die Region. Die Einsendungen kamen von der Schweizer Grenze bis Berlin und von der Eifel bis Bayern.

Beeindruckende Vielfalt bei der Umsetzung des Themas

„Mich beeindruckt die künstlerische Vielfalt und Umsetzung des Themas“, beschrieb Andreas Rompf die Einsendungen. Unter den Teilnehmenden des Kunstwettbewerbes waren professionelle Künstler, Restauratoren, Ikonenmaler, Bildhauer und Heimatkünstler. Ein Werk ist als Gemeinschaftskunstwerk zweier Künstlerinnen eingesendet worden, ein anderer Entwurf sieht statt einer Freske eine Skulptur vor. Etliche Werke greifen die floralen Motive aus den bestehenden Wandmalereien auf. Eine Zusendung präsentiert die Auferstehung in Blindenschrift. Auch die unterschiedlich angewandten Techniken zeigen, wie künstlerische Freiheit ausgedrückt werden kann: Manche Entwürfe sind skizzenhaft oder abstrakt gestaltet, andere sind gegenständlich gezeichnet oder gemalt.

Pfarrer Dr. Markus Zink vom Zentrum Verkündigung der EKHN aus Frankfurt freute sich ebenfalls über die künstlerische Vielfalt der Zusendungen: „Es gab Entwürfe, die sich bemüht haben, den Stil der alten Fresken zu übernehmen. Andere haben sich sehr bewusst davon abgesetzt. Darunter fanden sich es einige, die einen zeitgenössischen Stil hatten, abstrakte Bilder ebenso wie figürliche, aber formal oder farblich gut zur historischen Kirchenausstattung passen würden“.

Dem Theologen gefiel besonders, wie sich die Künstler und Künstlerinnen mit dem Thema Auferstehung auseinandergesetzt haben: „Das führte in einigen Fällen zu Illustrationen, die sich an der Bibel und an der Kunstgeschichte orientieren. Spannender wurde es in meinen Augen dann, wenn Künstler einen freieren Umgang mit der Botschaft gewählt haben. Dabei wurde das Thema übersetzt in Symbole, die Licht und Leben ausdrücken, oder in Figuren, die unsere Zeit widerspiegeln. In einigen Beiträgen ist auch zu erkennen, dass wir es beim Thema Auferstehung mit einer grundsätzlichen Herausforderung zu tun haben: In den biblischen Zeugnissen geht das Sehen ins Nichtsehen über. Jesus begegnet den Seinen, aber sie erkennen ihn zuerst nicht, oder er verschwindet ganz plötzlich, um an anderer Stelle wieder aufzutauchen“.

Für den kirchlichen Kunst-Sachverständigen aus Frankfurt war es ein guter Vorentscheid: „Wir haben auch festgestellt, dass eine Frage noch nicht ganz beantwortet werden kann: Passen die Entwürfe – auch die besten – tatsächlich an die vorgegebene Stelle im Raum? Vielleicht muss an Alternativen gedacht werden, um den Kunstwerken und dem Raum gleichermaßen gerecht zu werden. Aber auch das wäre ein gutes Ergebnis in einem spannenden Prozess“, sagt Markus Zink.

 

 

Bild Becker-von Wolff: Künstlerische Vielfalt: Eine fünfzehnköpfige Jury hat in der evangelischen Stadtkirche Haiger alle vierzig Bildeinsendungen zum Kunstwettbewerb 2022 gesichtet und eine Vorauswahl getroffen. Die endgültige Entscheidung ist noch nicht gefallen. Foto: Becker-von Wolff Bild Jury_Auswahl_Stadtkirche_Chorraum: Einige großformatige Werke waren auch unter den Entwürfen, die zeigen sollten wie die freie Fläche in der Stadtkirche gestaltet werden könnte. Foto: Becker-von Wolff Bild 20220402_102012: Kunst für die Kirche: Ganz unterschiedliche Vorschläge haben die teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler zum Wettbewerb eingereicht. Foto: Becker-von Wolff

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