Kirchenjubiläum
Ein Hauch Toskana in Merkenbach

27.08.2025
hjb
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Ein lichtdurchfluteter Kirchenraum und aufwendige Malereien und Dekorationen - ein Hauch der Toskana lässt sich mit etwas Fantasie in der Evangelischen Kirche in Merkenbach erahnen. Als besonderes Schmuckstück gilt die kupferbeschlagene Eingangstür. Schon deshalb ist ein Besuch unbedingt empfehlenswert.
Zu einem Festgottesdienst mit anschließendem Gemeindefest lädt das Kirchspiel Fleisbach-Merkenbach am Sonntag, 7. September 2025 ab 10.30 Uhr ein. Der Sonntag beginnt mit einem Gottesdienst, den Dekan Andree Best mitgestaltet. Vor 70 Jahren wurde der Kirchenneubau in Merkenbach der Gemeinde übergeben. Es war nach Herbornseelbach der zweite Kirchenneubau nach dem Zweiten Weltkrieg im Dillkreis. Das ist ein Grund zum Feiern!
» Bildergalerie zur Kirche: https://www.unser-kirchspiel.de/unsere-kirchen/
» Historische Hintergründe: https://www.unser-kirchspiel.de/unsere-kirchen/die-merkenbacher-kirche/
Ursprünglich stand die alte Kirche in der Ortsmitte zusammen mit der Schule und dem Rathaus. Heute steht dort das Bürgerhaus. Doch das alte Gotteshaus war 1953 so baufällig, dass die Nutzung der Kirche baupolizeilich untersagt wurde. Am 27. Dezember 1953 kamen in Merkenbach der Denkmalspfleger, die Vertreter der Kirchenleitung, und ein Beauftragter vom Kreisbauamt zusammen und beratschlagten die Situation mit den Vertretern der Kirchengemeinde und der bürgerlichen Gemeindevertretung. Der Beschluss: Eine neue Kirche soll gebaut werden.
In der Chronik lässt sich nachlesen, dass die Kirche am 25. Februar 1954 endgültig gesperrt wurde. Der Gottesdienst wurde von da an im Evangelischen Vereinshaus abgehalten. Am 4. August leitete ein Kurzgottesdienst den Beginn der Bauarbeiten ein. Am 22. August fand schließlich die Grundsteinlegung statt.
Im Grundstein wird eine Kassette eingemauert, die die Pläne der neuen Kirche, ein Bild der alten Kirche und eine Urkunde über die Grundsteinlegung enthält. Diese Urkunde nennt als veranschlagte Kosten des Neubaues die Summe von 150.000,00 DM. Die Abrechnung wird später die Gesamtsumme von 205.641,00 DM ergeben.
Anfang der 1990er Jahre erhält die Kirche im Innenraum eine farbliche Gestaltung: Untypisch für reformierte Gemeinden kommen später weitere Bildmotive hinzu. Die Farben orientieren sich an den bestehenden Kalk- und Sandsteinen. Sie umfassen seitdem die Fensterbögen, die Deckenkonstruktion und die Orgelempore. Die Kirchenmalerin Damaris Wurmdobler zeigte sich für die Umgestaltung verantwortlich.
In einem Bilderzyklus hat die Künstlerin Szenen aus dem Leben Jesu dargestellt: Im Osten des Chors ist der Engel am Grab Jesu zu sehen, der den erschrockenen Frauen die die Auferstehung verkündet. Im Süden findet sich „die Hochzeit zu Kana“. Im Westen des Chores ist Jesus auf dem Ölberg dargestellt. Im Norden schließt sich das Motiv der Grablegung Jesu an.
Im inneren Kreis der Chordecke finden sich die vier Symbole der Evangelisten wieder, wie sie in romanischen Kirchen zu finden sind: der Mensch steht für Matthäus, der Löwe für Markus, der Stier für Lukas und der Adler für Johannes. Die Themen der Kirchenfenster sind die Auferstehung Jesu und die Ausgießung des Heiligen Geistes.
Die beiden Glocken aus der alten Kirche wurden in die neue übernommen, aber ein Glockenstuhl für vier Glocken errichtet. Die Anlage der Turmuhr wurde von der bürgerlichen Gemeinde übernommen.
Die kupferbeschlagene Tür ist ein besonderes Schmuckstück: Bereits 1955 wurde sie in Auftrag gegeben und zwar mit der Darstellung des dreieinigen Gottes in seinem Handeln an uns Menschen. So zeigt das Hauptportal der Kirche den Regenbogen, der an den neuen Bund im Alten Testament erinnert sowie das Kreuz, das an die Heilstat Jesu im Neuen Testament erinnet - der Erlösung von den Sünden und die Auferstehung von den Toten. Gestaltet wurde die Tür vom Gold- und Kupferschmied Hans Philipp aus Biebesheim.
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