Impuls
„Kein Akku mehr“
03.01.2026
hjb
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Kein Akku mehr – so fühlt es sich an, wenn nichts mehr geht. Das Handy zeigt nur noch null Prozent, jeder weitere Klick ist sinnlos. Wir kennen dieses Gefühl auch jenseits der Technik: Wenn die Kräfte schwinden, die Geduld am Ende ist, die Hoffnung leerläuft.
Genau davon erzählt Jeremia 14,19. Eine Dürre hat das Land erfasst. Der Boden reißt auf, die Brunnen sind leer, Mensch und Tier sind erschöpft. Alles wirkt wie ein Leben mit leerem Akku. Die Dürre ist im Alten Testament mehr als ein Wetterbericht. Sie steht für eine tiefe Krise: für Schuld, Orientierungslosigkeit und das Gefühl, von Gott verlassen zu sein.
Heute erleben wir andere Formen von Dürre. Burnout, Dauerkrisen, Angst um die Zukunft, Kriege und Klimasorgen zehren an uns. Viele funktionieren nur noch, obwohl innerlich längst „Energiesparmodus“ angezeigt wird.
Jeremia beschönigt nichts, aber er wendet sich an Gott. Er bittet um Regen. Denn nur Gott kann neues Leben schenken. Regen heißt: Erneuerung wird von außengeschenkt, die kann ich nicht so einfach selbst machen. Vielleicht ist das die Einladung für uns: Den leeren Akku nicht zu ignorieren oder hektisch weiterzumachen. Sondern innezuhalten und Gott zu bitten, uns neu aufzuladen. Im Gebet, im Hören auf sein Wort, im Vertrauen darauf, dass er da ist – auch in der Trockenzeit.
Gott ist die Hoffnung, wenn nichts mehr geht. Wer sich an ihn anschließt, bleibt nicht leer. Denn bei ihm gibt es neue Kraft, wie Regen auf dürrem Land. Das entlastet nicht von Verantwortung, aber es verändert die Richtung. Wir müssen nicht alles aus uns selbst herausholen. Wir dürfen bitten, klagen und erwarten. Gott lässt sein Volk nicht fallen. Er hört den Ruf nach Regen. Und manchmal beginnt dieser Regen ganz leise – mit neuem Mut, einem klaren Gedanken oder der Gewissheit: Ich bin nicht allein. Genau daraus wächst neue Hoffnung. Für heute und für morgen.
Michael Böckner ist evangelischer Pfarrer in Haiger-Allendorf
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