Taufe: Eintauchen in die Gemeinschaft Jesu

Wasser ist die Quelle allen Lebens. Wasser ist lebensnotwendig und nützlich. Wasser erfrischt und macht rein. In der Taufe wird es deutlich: So, wie wir das Wasser zum Leben brauchen, so brauchen wir Gott. Aus der Zuwendung Gottes können wir ein Leben lang schöpfen. Bei der Taufe wird der Kopf des Täuflings dreimal mit Wasser benetzt - als Zeichen für die Zugehörigkeit zu Gott und den Neubeginn des Lebens in der christlichen Gemeinschaft. Mehr zum Sakrament der Taufe finden Sie auf diesen Seiten.

 

 

Fragen und Antworten zur Taufe

Alle Menschen sind eingeladen, Christen zu sein. Darum kann sich jeder Mensch taufen lassen. Viele Kinder werden heute nicht mehr in den ersten Wochen oder Monaten ihres Lebens getauft. Immer öfter werden Kinder im Grundschulalter getauft oder Jugendliche im Zusammenhang mit der Konfirmation. Jugendliche, die nicht getauft sind, können am Konfirmanden-Unterricht teilnehmen und sich vor der Konfirmation taufen lassen. Zunehmend lassen sich aber auch Erwachsene taufen.

Die zuständige Kirchengemeinde in den Dekanaten finden Sie hier unter Gemeinden .

In der Regel sollen Bibelverse ausgewählt werden. Vielleicht besteht im Rahmen des Gottesdienstes die Möglichkeit, einen Text aus einem Gedicht oder Lied dem Täufling mitzugeben. Auch bei der privaten Tauffeier ist Gelegenheit für solche Beiträge.

Nein, viele Eltern wünschen sich aber ein Erinnerungsstück, das den Tag der Taufe überdauert. Jesus hat einmal von sich selbst gesagt: „Ich bin das Licht der Welt“ (Johannes-Evangelium, Kapitel 8, 12). Ohne Licht gibt es kein Leben. Die Kerze, die das Taufkind nach der Taufe bekommt, erinnert an die Bedeutung Jesu für unser Leben.

Eine Taufkerze können Eltern oder Paten in christlichen Buchhandlungen oder in gut sortierten Kaufhäusern besorgen. Einige Gemeinden schenken die Taufkerze ihren Täuflingen. Als Taufkerze kann auch eine einfache Kerze dienen, die mit Wachsplatten selbst individuell gestaltet wird. Hierbei können auch Cousins oder Geschwisterkinder mithelfen.

Die Taufkerze wird im Anschluss an die eigentliche Taufhandlung an der Osterkerze entzündet. Diese große Kerze wird in allen Kirchen jedes Jahr zu Ostern als Zeichen der Auferstehung neu aufgestellt und brennt bei jeder Taufe. Sie drückt auch die Verbundenheit des Getauften mit der Gemeinde aus. Die Taufkerze kann von einem der Paten entzündet werden oder wird vom Pfarrer oder der Pfarrerin dem Paten überreicht. In manchen Gemeinden ist es üblich, dass alle anwesenden Kinder eine kleine Kerze bekommen und diese ebenfalls anzünden.

Die Taufkerze kann zu Hause in einem Kerzenständer aufgestellt oder in einem Kästchen aufbewahrt werden und die Getauften viele Jahre lang begleiten.
Am Tauftag kann der Heranwachsende die Kerze anzünden. Schön ist, für sich ein eigenes kleines Ritual zu finden. Etwa, indem man seinen Taufspruch noch einmal vorliest. In manchen Gemeinden werden Tauferinnerungsgottesdienste gefeiert. Hierzu wird die eigene Taufkerze mitgebracht und in der Kirche entzündet.

Meistens werden die Kinder im ersten Lebensjahr getauft. Aber auch eine spätere Taufe ist möglich, wenn das Kind schon bewusst wahrnimmt, was geschieht.

Die Geburt eines Kindes ist ein Geschenk Gottes. Eltern antworten darauf, indem sie ihr Kind taufen lassen. Gott spricht in der Taufe den kleinen Kindern seine Liebe zu, unabhängig davon, wie sie sich verhalten. Eltern und Paten haben dann die Aufgabe, stellvertretend für die Kinder den Glauben zu bezeugen und den Kindern von ihrem christlichen Glauben, aber auch von ihren Zweifeln zu erzählen. Später in der Konfirmation bekräftigen die Jugendlichen selbst ihr Ja zum Glauben an Jesus Christus.

Wenn ein Ungetaufter sehr krank ist und zu sterben droht, wird eine Nottaufe vorgenommen. Diese Taufe kann jeder Christ und jede Christin ausführen.

Bitte wenden Sie sich an Ihr Gemeindebüro, um einen Termin für das Taufvorgespräch und die Taufe selbst zu vereinbaren. Dort erfahren Sie alles Notwendige. In der Regel benötigen die Paten eine Patenbescheinigung des Pfarramts am Wohnort der Paten über die Berechtigung zum Patenamt. Wenn Sie als Eltern ein Familienstammbuch haben, bringen Sie es bitte zum Taufgespräch mit. Auf jeden Fall bringen Sie bitte die Geburtsurkunde des Kindes und Ihre Personalausweise mit.

Zur Kirchenmitgliedschaft reicht zwar die Taufe. Aber zusammen mit vielen Freunden in der Konfirmationsgruppe den christlichen Glauben verstehen zu lernen, ist bereichernd und wunderschön. Wer dann das Patenamt übernehmen will, muss aber in der Regel konfirmiert sein.

Ihr Kind kann am Konfirmandenunterricht teilnehmen. Die Konfirmation ist die Bestätigung der Taufe. Wenn das Kind nicht getauft ist, so wird das Kind in der Regel am Ende des Konfirmandenunterrichts getauft; eine Bestätigung der Taufe, also die Konfirmation, ist dann nicht mehr notwendig, da das Kind ja schon selber Ja zu der Taufe gesagt hat. In der Praxis wird das Kind dennoch oft vor der Konfirmation getauft.

Die Entscheidung, ob eine Taufe trotz fehlender Mitgliedschaft beider Elternteile möglich ist, wird vor Ort in der zuständigen Kirchengemeinde getroffen. Die Regelungen sind darüber hinaus von Landeskirche zu Landeskirche unterschiedlich.

Gegen den Willen entweder des Vaters oder der Mutter ist die Taufe des Kindes nur möglich, wenn dieser Elternteil nicht das Sorgerecht inne hat. Ist die Ehe z.B. geschieden, liegt das Sorgerecht aber gemeinsam bei Vater und Mutter, setzt die Ausgestaltung der gemeinsamen elterlichen Sorge Einvernehmen voraus in Angelegenheiten, die für das Kind von erheblicher Bedeutung sind. Dazu gehört auch die Taufe. Können sich die Eltern nicht einigen, kann (schlimmstenfalls) das Familiengericht angerufen werden.

Eltern können sich aber zuvor auch allein oder besser noch gemeinsam an eine Erziehungs- und Familienberatungstelle wenden. Oft hilft auch ein klärendes Gespräch mit dem Pfarrer oder der Pfarrerin.

Die Taufe ist in erster Linie die Zusage der Liebe und des Segens Gottes. Mit dem Akt der Taufe wird der Täufling in die Gemeinschaft der Christinnen und Christen aufgenommen.

Oft sind die Kirchen mit Blumen geschmückt. Wenn Sie besonderen Schmuck wünschen, sprechen Sie mit dem zuständigen Pfarrer oder der Pfarrerin. In den meisten Fällen ist dies möglich.

Das wird in jeder Gemeinde unterschiedlich gehandhabt. Wenn es erlaubt ist, wird allerdings darum gebeten, dass eine Person das Filmen oder Fotografieren übernimmt, um unnötige Unruhe zu vermeiden. Wenn das Fotografieren während des Gottesdienstes nicht erlaubt ist, besteht meist die Möglichkeit, nach dem Gottesdienst noch Bilder zu machen.

So bequem und dabei so festlich wie möglich. In vielen Familien gibt es Taufkleider, die von Generation zu Generation weitergegeben werden. Das ist eine schöne Tradition.

In vielen Gemeinden ist es möglich, dass Sie den Zweck der Kollekte selbst bestimmen, z.B. für die Arbeit mit Kindern in der Gemeinde oder Organisationen, die Kindern helfen. Fragen Sie im Pfarramt nach.

Grundsätzlich ist die Taufe für die Kinder von Kirchenmitgliedern kostenlos. Nur wenn Sie besonderen Blumenschmuck oder ausgefallene musikalische Einlagen wünschen entstehen Ihnen Kosten.

Alle getauften Christinnen und Christen, deren Kirchen der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) angehören. In einigen Landeskirchen muss ein Pate evangelisch sein. Evangelische Christen müssen konfirmiert oder mindestens 14 Jahre alt sein. Wer allerdings aus der Kirche ausgetreten ist, hat damit das Recht aufgegeben, Taufpate sein zu können.

Im Gegensatz zur möglichen Entbindung vom Patenamt auf eigenen Wunsch ist eine Streichung gegen den Willen des Paten - in den meisten Landeskirchen - nicht möglich. Fragen Sie in Ihrem Pfarramt nach! Suchen Sie das Gespräch mit dem Paten, um den Konflikt gemeinsam zu klären. Sie können den Pastor oder die Pastorin zu einem klärenden Gespräch dazu hinzuziehen.

In der evangelischen Kirche formal nach der Konfirmation. In der katholischen Kirche endet die Patenschaft nicht.

Konfessionell gebundene Kindergärten nehmen oftmals auch ungetaufte Kinder auf. Sie als Eltern müssen aber damit einverstanden sein, dass Ihr Kind christliche Glaubensinhalte kennen lernt. Fragen Sie an Ihrem Ort nach den Möglichkeiten.

Nein. Da die Taufe zugleich die Aufnahme in eine konkrete Gemeinschaft ist erfolgt sie immer innerhalb einer Konfession.

Das können Sie. Von vielen Pfarrerinnen und Pfarrern wird ein solcher Gottesdienst „Traufe“ (Taufe und Trauung in einem Gottesdienst) genannt. Es haben sich inzwischen eigene Formen entwickelt. Sprechen Sie mit Ihrer Pfarrerin oder Ihrem Pfarrer!

Manchmal wollen Eltern den Kindern die freie Entscheidung zur Taufe selbst überlassen. Das kleine Kind wird dann in einer gottesdienstlichen Handlung gesegnet. Bitte bedenken Sie dabei: Trotzdem ersetzt die Segnung nicht das Sakrament der Taufe und begründet nicht die Kirchenmitgliedschaft.

In der evangelischen Kirche gibt es zwei Sakramente: Taufe und Abendmahl. Beide wurden von Jesus selbst eingesetzt. In einer menschlichen Handlung wird die göttliche Dimension unseres Lebens sichtbar. Alltägliches Wasser wird durch die Verheißung Gottes in der Taufhandlung zu einem göttlichen Segen.

Die Taufe ist einmalig - auch für Erwachsene

Die Taufe in der evangelischen Kirche wird von allen Kirchen anerkannt, die sich der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) angeschlossen haben. Sie bleibt ein Leben lang gültig – selbst wenn jemand aus der Kirche austritt und wieder eintritt. Die Lebensordnung der EKHN nennt den Grund für die Einmaligkeit der Taufe: "Da die Taufe das in Christus ein für allemal geschehene Heil dem Täufling grundlegend zusagt, schließt sie ihrem Wesen nach eine Wiederholung aus."

Wenn Sie sich als Erwachsener zur Taufe entschließen, sind Sie in der evangelischen Kirche herzlich willkommen. Die Heilige Taufe ist das sichtbare Zeichen der Zugehörigkeit zur Gemeinschaft der Christinnen und Christen. Sie wird in einem öffentlichen Gottesdienst vor der Gemeinde vollzogen. Der Taufe gehen Gespräche über wichtige Glaubensthemen oder Lebensfragen voraus, die in Absprache mit Ihnen vereinbart werden.

Als Erwachsener übernehmen Sie selbst die Verantwortung für diesen Glaubensschritt und benötigen keine Paten mehr. Mit der evangelischen Taufe werden Sie zugleich Mitglied der evangelischen Kirche mit allen Rechten und Pflichten. Als künftiges Mitglied der Kirche haben Sie nicht nur die Möglichkeit kirchlich zu heiraten oder selbst Pate zu werden. Sie sind auch eingeladen, das kirchliche Leben in Ihrer Gemeinde mitzugestalten. Das Mitsingen im Kirchenchor, die ehrenamtliche Tätigkeit im Kirchenvorstand oder in der Kinder- und Jugendarbeit sind nur einige Beispiele. Der Mitgliedsbeitrag – die Kirchensteuer – ist gesetzlich geregelt und richtet sich nach Ihrem Einkommen.

Die Taufhandlung ist eine einmalige Zeremonie. Wer bereits evangelisch, katholisch oder orthodox getauft ist und danach aus der Kirche ausgetreten ist, braucht sich nicht wieder neu taufen zu lassen. Jemand, der nach einem Kirchenaustritt in die evangelischen Kirche eintreten möchte, kann dies in jeder Kirchengemeinde oder in den Eintrittsstellen tun.

Um sich zur Taufe anzumelden, rufen Sie in Ihrer Wohnort- oder einer anderen Gemeinde an und vereinbaren einen Termin mit ihrer Pfarrerin oder Ihrem Pfarrer. Bringen Sie bitte Ihr Familienstammbuch mit. Die Gemeinde vor Ort findet in Absprache mit Ihnen in der Regel individuelle Wege und Formen für Ihre Taufe.

» Kontakt zu Ihrer Gemeinde: Mehr dazu hier.

Haben Sie weitere Fragen, so schreiben Sie bitte an info(at)ev-dill.de

Pro und Contra zur Kindertaufe:
Gottes Segen für das neue Leben! 

In den Anfängen des Christentums wurden nur Erwachsene getauft. Im Laufe der Zeit gewann die Taufe im frühen Lebensalter an Bedeutung. Die Kindertaufe ist die christliche Form, das neue Leben zu begrüßen – mehr noch: es in allen seinen Facetten gutzuheißen und Gott um seinen Segen und seine Begleitung zu bitten.

» Mehr dazu

Taufspruch: Unsere kleine Auswahl

Ein besonderer Teil der Taufvorbereitung ist es, für den Täufling einen Taufspruch auszuwählen. Dieser kann zu einem geistlichen Motto für das ganze Leben werden. Die Bibelverse, die als Taufspruch in Frage kommen, handeln meist von ganz zentralen Themen: von der Liebe Gottes, von Frieden und Gerechtigkeit und von der Hoffnung, die wir aus dem Glauben schöpfen. Der Taufspruch steht auf der Taufurkunde, auf den Patenurkunden und in den Kirchenbüchern.

» Zu unserer Auswahl

In drei Schritten zum passenden Bibelvers - ein Tool von Evangelisch.de und der Evangelischen Kirche in Bayern

» Taufspruch.de

Themenseite “Taufe” der EKHN

Taufe in der evangelischen Kirche - EKHN

Taufe: Christlicher Hintergrund

Von ihren Anfängen an haben sich Christinnen und Christen durch die Taufe zu ihrem Glauben bekannt – gerade zu Zeiten der Christenverfolgung, als dies mit hohen persönlichen Risiken einherging.

Auch Jesus wurde getauft – von dem Prediger Johannes, den wir heute als „Johannes den Täufer“ kennen. Johannes war wie viele andere Menschen seiner Zeit der Auffassung, dass ein gerechtes Leben nötig sei, um vor Gott bestehen zu können.

Als Zeichen der Abkehr von einem gottesfernen Leben taufte Johannes die Täuflinge im Fluss Jordan. Das Untertauchen und anschließende Wiederauftauchen symbolisierte die Wende im Dasein und den Anfang eines neuen, befreiten Lebens, umschlossen und beschützt von Gottes Liebe. Diese Bedeutung spiegelt sich bis heute im Gebrauch des Taufwassers wider.

Eine neue Dimension erlangte die Taufe mit dem Glauben an die Auferstehung Jesu Christi. Denn seitdem steht sie auch für die Botschaft der Erlösung und des ewigen Lebens. Seit dieser Zeit bedeutet die Taufe außerdem die Aufnahme des Täuflings in die Gemeinschaft der Kirche.
 

Im Matthäus-Evangelium steht, wie Jesus seine Jünger mit der Taufe beauftragt:

„Mir ist gegeben alle Macht im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker:Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ (Matthäus, Kapitel 28, Vers 18–20)

Das Wasser, das Wort und der Glaube

„Wasser allein tut’s freilich nicht“, schreibt der Reformator Martin Luther, „sondern das Wort Gottes, das mit und bei dem Wasser ist, und der Glaube, der solchem Worte Gottes im Wasser traut.“

Bei jeder Taufe kommen also drei Dinge zusammen:

das Wasser, das Wort Gottes und der Glaube. Als Christinnen und Christen setzen wir diesen Gedanken fort, indem wir in der Gemeinschaft das Wort Gottes, das in der Bibel steht, wach halten und versuchen, uns im täglichen Handeln davon leiten lassen.