Tipps für die Angehörigen
Die Gemeinde als Ansprechpartnerin
Ihre Gemeinde weiß, in welcher seelischen Situation Sie sich befinden, und wird Ihnen behutsam und angemessen begegnen. Sie oder er hilft Ihnen, wichtige Stationen wie die Trauerfeier zu meistern. Der Abschied von einem geliebten Menschen und der anschließende Trauerprozess verläuft nicht in vorhersehbaren Bahnen. Die Pfarrpersonen Ihrer Gemeinde steht Ihnen auch in der Zeit nach der Bestattung seelsorglich zur Seite.
Ihre Kirchengemeinde steht Ihnen auf Wunsch in den schweren Stunden des Abschieds und auch danach zur Seite. Neben der seelsorglichen Begleitung hält Ihre Kirchengemeinde viele Angebote bereit, die in dieser Situation helfen. Eine Tradition in der evangelischen Kirche haben:
• Sterbebegleitung
• Aussegnung
• Trauergespräch
• Bestattungsgottesdienst
• Fürbitten im Gemeindegottesdienst
• Trauerbesuch
• Gedenken am Ewigkeitssonntag (Totensonntag)
Aktiv auf Trauernde zugehen
Es tut trauernden Menschen gut, zu reden. Sie verarbeiten ihre Gefühle, wenn sie erzählen können, wie alles geschah und wie es ihnen jetzt geht. Falls Sie einem Trauernden helfen möchten, dann ergreifen Sie ruhig die Initiative. Gehen Sie auf denjenigen zu und fragen ihn, wie es ihm geht. Bieten Sie ein Stück ihrer Zeit und Aufmerksamkeit an. Machen Sie zum Beispiel einen konkreten Vorschlag: „Hast du am Dienstag Zeit? Dann können wir uns treffen und reden".
Kinder aktiv einbeziehen
Auch Kinder müssen lernen, mit dem Verlust eines Menschen umzugehen und mit ihrer Trauer zu leben. Wichtig ist es, sie in dieser Situation nicht allein zu lassen. Seien Sie ehrlich zu Kindern und vermeiden Sie Sätze wie „Oma schläft nur“. Kleine Kinder finden oft eigene Formen, das Geschehene zu verarbeiten, z. B. im Spiel. Ältere Kinder kapseln sich manchmal ab. Geben Sie ihnen dann die Gelegenheit zu reden, aber drängen Sie sich nicht auf. Vielleicht findet eine Freundin, ein Freund oder ein naher Verwandter eher den Zugang zum Gespräch.
Selbstverständlich können Kinder bei einer Trauerfeier dabei sein. Man sollte aber bedenken, dass vor allem kleinere Kinder die Endgültigkeit des Todes noch nicht unbedingt verstehen können. Bereiten Sie ein Kind auf das vor, was während einer Trauerfeier geschieht. Erklären Sie ihm, dass auch Erwachsene weinen und dass die schwarze Kleidung ein Zeichen der Traurigkeit ist. Schildern Sie kurz den Ablauf, damit das Kind nicht erschrickt, wenn der Sarg am Ende in die Erde gesenkt wird.
Einem Kind gibt es Sicherheit, wenn es während der Trauerfeier von einem nahestehenden, aber nicht zu stark betroffenen Erwachsenen begleitet wird. Fragen Sie Jugendliche, ob sie einen Freund oder eine Freundin zur Trauerfeier mitbringen möchten. Vielleicht tut es ihnen auch gut, bereits beim Trauergespräch mit dabei zu sein oder bei der Gestaltung der Trauerfeier zu helfen.
Trauernetz.de bietet weitere Hilfen im Internet
Carmen Berger-Zell, eine Pfarrerin aus der EKHN, ist die Frau, die die Internetseite „Trauernetz“ redaktionell betreut. Auf dieser Internetseite können Trauernde die Namen der Verstorbenen im Trauerbuch eingetragen, Gebete finden oder schreiben und sich im Forum mit Gleichgesinnten austauschen. Trauernetz.de ist das zentrale Webangebot für Trauernde in der evangelischen Kirche.
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