Rückblick: „Wort und Musik“

veröffentlicht 04.04.2026 von Manfred Manderbach, Dekanat an der Dill

In der Margarethenkirche Ewersbach wurde es still, als die große Glocke die Sterbestunde Jesu einläutete. Pfarrerin Thielmann gestaltete den Gottesdienst unter dem Titel „Wort und Musik“.

Mit dem Bach-Choral Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen stimmte die Kantorei der Margarethenkirche den Gottesdienst an. Der Chor untermalte im Wechselgesang das Geschehen der vier ersten Lesungsabschnitte aus dem Matthäusevangelium (Mt. 26, 36-27,50) mit dem Liedsatz Wir gehen hinauf nach Jerusalem. (Text: Karl-Ludwig Voss 1970 nach dem schwedischen Original von Paul Nilsson 1906).
Die Kreuzigung Jesu nach Mt. 27, 31b-50 mit seinem Sterben und Tod begleitete der Liedsatz Befiehl du deine Wege von Paul Gerhard mit der Melodie aus Bachs Matthäuspassion Oh Haupt voll Blut und Wunden: Das vermittelte eine Ermutigung zum Vertrauen auf Gottes Begleitung auf allen Lebenswegen (Ps.37,5).                                        

Die Predigt von Pfarrerin Thielmann nahm das Wort von der Versöhnung mit Gott aus dem 2. Korinther, Kapitel 5 auf: Die Versöhnung der Menschen in der Welt voller Feindschaft und Unfrieden ist allgegenwärtig und verlangt nach Wegen der Versöhnung. Doch die Versöhnung mit Gott, die durch den Kreuzestod Jesu Christi allen Menschen angeboten ist, diese Versöhnung ist ein Neuanfang durch Gottes Gnade hin zu einem Leben mit Gott. Eine wahre Neugeburt. 

Der Chor mit den Streichern antwortete mit dem Panis angelicus -Preiset unseren Herrn (Melodie C. Frank, Text von Gerhard Grote).

Panis Angelicus ist Latein für „Engelsbrot“ (oder Himmelsbrot) und bezeichnet ein berühmtes eucharistisches Kirchenlied, das den Leib Christi als Nahrung für die Seele preist. Es stammt aus einem Hymnus von Thomas von Aquin aus dem 13. Jahrhundert und wird in der Katholischen Kirche bei der heiligen Kommunion gesungen. Der Text von Gerhard Grote betont dagegen die Heiligkeit des dreieinigen Gottessohnes, dem der Dank und das Lob für das Gnadenangebot gilt. Die Musik von Cesar Frank ist hier durch 5 Dynamikstufen, 2 Taktarten und Tempi geprägt durch ein eindrucksvolles Klangbild.
   Nach Gebet und Vater Unser stimmte die Kantorei im A capella das Kyrie der Missa simplex vom lettischen Komponisten Rihards Dubra an: 
Herr erbarme dich, Christe erbarme dich.

Dem Abschlusssegen folgten Kantorei und Streichquartett mit Felix Mendelssohn-Bartholdys Christe, du Lamm Gottes. Der Text geht auf Martin Luther zurück. Er ist eine deutsche Fassung des lateinischen Agnus Dei aus der Messe (Lamm Gottes, das die Sünden der Welt trägt).

Die Melodie basiert auf einem gregorianischen Kirchenmodus, die gekennzeichnet ist durch ruhige und schrittweise Bewegung mit einem sakralen Charakter Diese Eigenschaften unterstreichen den Buß- und Gebetscharakter. Der Liedsatz ist sehr anspruchsvoll und im 1.und 2. Abschnitt durch Staffeleinsätze und auch Polyphonie gekennzeichnet.

Kantorin Miyoung Jeon hatte eine intensive Chorarbeit zu einem beeindruckenden Abschluss geführt.