Kunstmeile am Hintersand

veröffentlicht 22.04.2026 von hjb, Dekanat an der Dill

Das Haus der Kirche und Diakonie in Herborn ist Ausstellungsort.

Mit der Eröffnung einer Ausstellung von Kunstwerken ist am Mittwoch (22. April 2026) im Herborner Haus der Kirche und Diakonie die 24. Woche der Arbeit gestartet worden. In zurückliegenden Jahren wurden die Bilder der Kunst-AG des Johanneum-Gymnasiums in einzelnen Herborner Geschäften in der Innenstadt ausgestelllt. In diesem Jahr ist die Ausstellung erstmals an einem Ort im Rahmen der “Woche der Arbeit” zu sehen. Hier am Haus der Kirche und Diakonie sind die Drucke noch bis zum 5. Mai 2026 in den Fenstern der Begegnungsstätte im Erdgeschoss ausgestellt.  

Die Schülerinnen und Schüler des Herborner Johanneum-Gymnasiums haben sich künstlerisch mit Käthe Kollwitz beschäftigt - und sie als Vorbild genutzt für die Erschaffung ihrer Motive und teils zeitgemäßer Ikonen: Die Lithographie ist ein Flachdruck und zählt als Vorläufer eines anderen, bekannteren Flachdruckverfahrens: dem Offsetdruck. Die Schülerinnen und Schüler haben die Motive zuvor als Negativ in eine Druckplatte geritzt, erklärt Kunstlehrerin Sariye Uhr. Alle Motive sind dann mit einer Walzenrolle in Serie auf das Papier gedruckt worden. “Das kostet sehr viel Kraft”, sagt Kunsterlehrerin Anke Eißmann, “das war dann mein Workout des Tages”. 

Der Herborner Bürgermeister Lukas Winkler erinnerte an die Anfänge der “Woche der Arbeit”: “Als 2002 mit der drohenden Schließung der Burger Hütte bei Juno und Electrolux hunderte Arbeitsplätze auf dem Spiel standen, wurde die Veranstaltungsreihe vom Aktionsbündnis geboren. Unter dem Motto „Menschen gehen vor“ wurde am „Tag der Arbeit“ am 1. Mai vor 24 Jahren gegen die damals drohende Schließung des Electrolux-Werkes in Burg demonstriert. Seitdem hat die „Woche der Arbeit“ jedes Jahr stattgefunden und ist nur einmal im Coronajahr 2020 ausgefallen – damals wurden alle Veranstaltungen abgesagt. Ein Jahr später hatte das Bündnis ein digitales „Herborner Gespräch“ angesetzt. 

Das Thema Arbeitsplatzabbau sei auch heute noch aktuell, das zeige die schwierige wirtschaftliche Situation nicht nur im heimischen Raum. Durch den Iran-Krieg droht ein größerer Einbruch der Finanzkraft der Unternehmen. Arbeitsplätze könnten auch dadurch gefährdet sein. Bei der Burger Hütte brachte diese ähnliche Situation die Menschen an den Dill zu Kundgebungen auf die Straße.

Recht früh war der Kunstkurs des Johanneum-Gymnasiums mitbeteiligt. ”Wir haben die Kunst der jungen Leute bewusst an den Anfang der Wocher der Arbeit gestellt", sagte Oliver Scheld von der IG Metall Herborn-Betzdorf bei der Vernissage. Er dankte den Schülerinnen und Schülern für die Kunst-Ausstellung und ermutigte sie, sich als mündige Menschen für ihre Bedürfnisse und das Gemeinwohl einzusetzen.

Weitere Programmpunkte zur “Woche der Arbeit”  

Weiter geht es am Sonntag, 26.4. um 10 Uhr mit einem ökumenischen Gottesdienst zum Thema „Aufstehen für Frieden und Gerechtigkeit“ in der Evangelischen Kirche in Langenaubach. Der Gottesdienst wird gestaltet von Klaus Breunig-Schüller (kath.) und Uwe Seibert (ev.). Die Predigt hält Dekan Andree Best (ev.). Zu Wort kommt auch der 1. Bevollmächtigte der IG-Metall Herborn-Betzdorf, Oliver Scheld, mit einem „Weltlichen Einwurf“.

Der „Tag der Arbeit“ am Freitag, 1. Mai beginnt mit einem Demonstrationszug. Dieser startet um 10.30 Uhr bei der Geschäftsstelle der IG Metall in der Walther-Rathenau-Str. 55 und führt von dort in den Herborner Stadtpark, wo um 11 Uhr die Kundgebung beginnt. Als Redner sprechen dort: Kaweh Mansoori (Hessischer Wirtschaftsminister), Michael Rudolph (DGB-Vorsitzender Hessen-Thüringen) und Oliver Scheld (1. Bevollmächtigter IG Metall Herborn-Betzdorf). Im Anschluss folgt ein Familienfest, bei dem wieder die heimische Coverband „Eve“ spielt. Außerdem gibt es dort auch Informationsstände, Speisen und Getränke und ein Kinderprogramm.

Am Sonntag, 3. Mai gibt es einen Rundgang zu Orten der Verfolgung und des Widerstands in Herborn während der NS-Zeit. Treffpunkt ist um 14.00 Uhr am Holocaust-Mahnmal in der Walther-Rathenau-Straße.

Die Woche der Arbeit 2026 endet am Dienstag, 5. Mai um 18 Uhr im Mehrgenerationenhaus der AWO im Walkmühlenweg 5 in Herborn mit der Veranstaltung „AWO – Austausch. Wiedersehen. Ofenkartoffeln.“ Prof. Dr. Dr. Helge Peukert gibt dort einen Impulsbeitrag zum Thema „Rechtspopulismus. Warum?“

Zu allen Veranstaltungen im Rahmen der Woche der Arbeit 2026 sind Interessierte herzlich eingeladen.  Zur Programm-Übersicht

Die Gewerkschaften DGB, GEW, IG Metall und Ver.di haben zusammen mit dem Evangelischen Dekanat an der Dill, der Regionalen Diakonie Dillenburg-Limburg, der Katholischen Kirche, der Arbeiterwohlfahrt (AWO), dem Johanneum Gymnasium und der Stadt Herborn diese Veranstaltungsreihe vorbereitet, die seit 2002 jedes Jahr in Herborn stattfindet.