Wenig spektakulär verlief am vergangenen Samstag die Frühjahressynode des Evangelischen Dekanats an der Dill in Ewersbach. Denn das Regionalparlament hatte diesmal die Aufgabe, die Haushaltspläne des Dekanats und der Ev. Stiftung „Familie Leben“ zu verabschieden. Einzig die Informationen von Pröpstin Sabine Bertram-Schäfer aus dem Bereich der Kirchenleitung und der Bericht von René Fünders, Leiter der Regionalverwaltung, sorgten im Laufe des Tages für erhöhte Aufmerksamkeit.
Im Gottesdienst vor der eigentlichen Synodenversammlung gab es zwei besondere Highlights: Dekan Andree Best führte den neuen Alten-, Kranken- und Hospizseelsorger Pfarrer Stefan Föste in sein Amt ein und ehrte die vier PrädikantInnen Bettina Villmow, Caroline Dietrich, Claudia Hermanni und Jörg Waldschmidt für 25 Jahre ehrenamtliche Verkündigung. „Ihr – wie alle Prädikanten und Lektoren in unserem Dekanat – tut das aus Berufung, mit voller Leidenschaft, Menschen das Evangelium zu predigen in unzähligen Gottesdiensten”, dankte der Dekan den vieren.
Blickrichtung nach oben auf Gott richten
In seiner Predigt stellte Stefan Föste die alttestamentliche Begebenheit in den Mittelpunkt, in der das Volk Israel von einer Schlangenplage bedroht ist, und Gott anordnet, dass Mose eine bronzene Schlage anfertigt und sie erhöht aufstellen sollte. „Die Bedrohung ist nicht verschwunden, aber die Blickrichtung der Menschen hat sich geändert – weg vom Leid hin nach oben. So können wir auf den gekreuzigten Jesus schauen, damit Leben angesichts der lauernden Gefahren wieder möglich ist.“
Engagement in der Verbundenheit mit der göttlichen Kraft
Zu Beginn der Synode begrüßte der gastgebende Bürgermeister Andreas Thomas die 51 Synodalen und würdigte das Engagement der Kirchen für die Kommunen. Die neue Kreisbeigeordnete Dr. Rebecca Neuburger-Hees aus Rodenbach, sie ist in der Kreisverwaltung für die Bereiche Kinder- und Jugendhilfe sowie Soziales und Integration zuständig, machte ebenso keinen Hehl daraus, wie sie als Christin ihre Arbeit verstehe und ermutigte die Kirchenvertreter, sich weiter zu engagieren für Kirche, Gemeinden und Menschen in der Verbundenheit mit der göttlichen Kraft von oben.
Verwaltung wird und muss sich verändern
Neben den Routine-Punkten der Synode sorgte besonders der Bericht von René Fünders, Leiter der Regionalverwaltung – diese ist u.a. zuständig für Haushaltspläne, Jahresabschlüsse und Buchhaltung des Dekanats mit ihren fünf Nachbarschaftsräume und den Kirchengemeinden in der Region – für Aufmerksamkeit bei den Gemeindevertretern. Denn hier wird sich in den kommenden Jahren im Veränderungsprozess EKHN 2030 einiges ändern: Anstelle von 128 bisher eigenständigen Gemeinden müssten nur noch 19 Nachbarschaftsräume betreut werden, so Fünders. In Folge von Vereinfachungen sollen Verwaltungsleitungen in den Nachbarschaftsräumen etabliert werden, um die Verwaltung vor Ort zu professionalisieren und die Gemeindebüros besser zu unterstützen. „Wir haben aktuell ein solches Testprojekt im Raum Herborn sehr erfolgreich laufen“, so Fünders.
Ausblick auf „Das Fest“
Die stellvertretende Dekanin Anja Vollendorf warb für den geplanten Dekanatskirchentag am 13. September unter dem Motto „Das Fest“: „Wir wollen miteinander feiern und haben dazu ein buntes Programm in Vorbereitung: Nach dem Open-Air-Gottesdienst auf dem Gelände des Johanneum-Gymnasiums in Herborn sind u.a. ein Bibel-Workshop, eine Podiumsdiskussion mit Kirchenpräsidentin Dr. Christiane Tietz, eine Tango-Messe sowie Infostände und Aktionen aus der Region für die Region geplant, ebenso wie Sportliches und Kreatives. Am Vorabend wird es ein Musik&Posie-Event für die junge Generation geben.
Text von Walter Lutz