Von Mittwoch (25. November 2026) bis Samstag (28. November 2026) tritt die Kirchensynode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) im Dominikanerkloster in Frankfurt am Main zusammen.
Eröffnet wird die Tagung mit einem Abendmahlsgottesdienst am Mittwoch um 9.30 Uhr in der Heiliggeistkirche. Predigen wird Christopher Easthill, Priester der anglikanischen Gemeinde St. Augustine of Canterbury in Wiesbaden und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland. Thema des Gottesdienstes soll die Neufassung der Charta Oecumenica sein, darin werden Leitlinien für die wachsende Zusammenarbeit der Kirchen in Europa formuliert. Die Erstfassung stammt aus dem Jahr 2001 und wurde von der Konferenz Europäischer Kirchen und dem Rat der Europäischen Bischofskonferenzen verabschiedet. Die für Deutschland revidierte Neufassung wurde im September dieses Jahres in Berlin unterzeichnet.
Die Synodaltagung unter der Leitung von Präses Birgit Pfeiffer wird um 11 Uhr im Dominikanerkloster (Kurt-Schumacher-Straße, Frankfurt) beginnen und live auf www.ekhn.de übertragen werden.
Neben Berichten der Kirchenleitung und der Präses stehen mehrere Kirchengesetze, Finanzbeschlüsse und Wahlen auf dem Programm. Die Einsparungen bis 2035 stehen im Mittelpunkt der Herbstsynode. Sie sind Teil des Transformationsprozesses ekhn2030, über dessen weitere Umsetzung die Synode ebenfalls berät. Themen sind unter anderem die Verwaltungsentwicklung, die Digitalisierung und die Neuordnung der kirchlichen Leitungsstrukturen. Erstmals in der hessen-nassauischen Landeskirche legen Kirchenleitung und Kirchensynodalvorstand der Synode ein gemeinsames Geistliches Wort mit der Bitte um Zustimmung und Weitergabe an die Gemeinden vor, angelehnt an das Kanzelwort, das in einigen evangelischen Kontexten Tradition hat. Es soll am 29. November zum 1. Advent und damit zum Beginn des Kirchenjahres in den Gottesdiensten in den Gemeinden aufgenommen werden. Ziel ist es, Mitglieder angesichts komplexer Krisen und Probleme in unserem Land und in der Welt zu stärken und zu ermutigen.
Einsparungen und Reformvorhaben
Ein Schwerpunkt der Beratungen sind die Einsparungen bis 2035. Die Synode beschäftigt sich mit der Finanz- und Ertragslage, dem bisherigen Einsparstatus sowie weiteren Vorschlägen zur Umsetzung der Einsparbeschlüsse. Im Rahmen von ekhn2030 erhält die Synode einen Zwischenbericht zur Verwaltungsentwicklung (QT5). Dabei geht es um den Stand der Verwaltungsneuordnung und die nächsten Schritte bei der Umsetzung der neuen Strukturen. Weitere Berichte befassen sich mit der Digitalisierung und der Weiterarbeit an den Prioritäten und Posterioritäten im Transformationsprozess. Auch die künftige Gestalt des Verkündigungsdienstes in den Nachbarschaftsräumen, die Gebäudeentwicklung sowie die Weiterentwicklung der Arbeitsbereiche Kindertagesstätten und Kindheit und Jugend stehen auf der Tagesordnung. Eine weitere wichtige Entscheidung betrifft die Leitungsstrukturen: Die Synode berät in zweiter und dritter Lesung über die Änderung der Zusammensetzung der Kirchenleitung und die Neuordnung der Propsteibereiche.
Weitere Themen der Synode
Die Kirchenleitung berichtet über die Weiterarbeit zum Thema sexualisierte Gewalt. Außerdem beschäftigen sich die Synodalen unter anderem mit der Lebenssituation von Kindern und Jugendlichen, der Entwicklung der Gottesdienstlandschaft und der Weiterentwicklung des Religionsunterrichts.
Geplant ist auch die Beratung über ein geistliches Wort zur weltpolitischen Situation, das am ersten Advent in den Gottesdiensten der EKHN verlesen werden soll.
Daneben stehen reguläre Finanzangelegenheiten wie Änderungen am Haushalt 2026/2027 und der Landeskirchensteuerbeschluss für 2027 auf der Tagesordnung. Hinzu kommen Kirchengesetze, Berichte aus der Diakonie, Wahlen und Nachwahlen sowie die Verleihung der Martin-Niemöller-Medaille.
Hier geht es zur Tagesordnung:
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Tagesordnung zur 11. Tagung der Dreizehnten Kirchensynode
vom 25. bis 28. November 2026
Stand: 26.10.2026, 08:58h
Die wichtigsten Themen der Synode
Finanzen, Einsparungen und Haushaltsentscheidungen
Die finanzielle Situation der Landeskirche und die Umsetzung der beschlossenen Einsparungen gehören zu den zentralen Themen der Tagung. Die Synodalen beraten über den Finanz- und Ertragsbericht, den Stand der Einsparungen sowie Kriterien und Vorschläge zur Umsetzung der Einsparbeschlüsse bis 2035. Hinzu kommen der Landeskirchensteuerbeschluss für 2027, die Jahresabschlüsse 2024 und 2025 sowie weitere finanzielle Beschlüsse.
Reformprozess ekhn2030 und Neuordnung der Verwaltung
Der Reformprozess ekhn2030 prägt die Beratungen in mehreren Punkten. Auf der Tagesordnung stehen die Weiterentwicklung kirchlicher Prioritäten und Posterioritäten sowie ein Zwischenbericht zur Umsetzung der Verwaltungsneuordnung. Auch die künftige Organisation der Kindertagesstätten und der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen wird behandelt. Damit geht es um die Frage, wie kirchliche Aufgaben und Strukturen unter veränderten Rahmenbedingungen künftig gestaltet werden.
Zukunft des Verkündigungsdienstes und der kirchlichen Arbeit vor Ort
Die Synode befasst sich mit der Weiterentwicklung des Verkündigungsdienstes in den Nachbarschaftsräumen. Dabei geht es um theologische Impulse für den gemeindepädagogischen und kirchenmusikalischen Dienst. Weitere Tagesordnungspunkte betreffen die Entwicklung der Gottesdienstlandschaft, die Gebäudeentwicklung in den Nachbarschaftsräumen ab 2027 und die Zukunft kirchlicher Bildungsangebote. Auch die Weiterentwicklung des Religionsunterrichts ist Gegenstand eines schriftlichen Berichts.
Kinder und Jugendliche: Teilhabe, Bildung und professionelle Strukturen
Ein eigener Bericht der Kirchenleitung widmet sich der Lebenssituation von Kindern und Jugendlichen sowie der kirchlichen Arbeit mit und für sie. Unter dem Titel „Zwischen Teilhabe(gebot) und Professionalisierungsdruck“ werden die Herausforderungen dieses Arbeitsfeldes aufgegriffen. Darüber hinaus beraten die Synodalen über die Bildung eines Zentrums Kindheit und Jugend, die Weiterentwicklung des Fachbereichs Kindertagesstätten und ein neues Konzept für die Evangelische Grundschule Weiten-Gesäß.
Aufarbeitung und Weiterarbeit zum Thema sexualisierte Gewalt
Die weitere Arbeit am Thema sexualisierte Gewalt steht ebenfalls auf der Tagesordnung. Die Kirchenleitung legt dazu einen Sachstandsbericht vor. Ergänzend befasst sich die Synode mit dem Bericht der Fachgruppe Diversitätssensibilität und Diskriminierungskritik. Damit kommen auch Fragen des diskriminierungskritischen Handelns und der Weiterentwicklung kirchlicher Verantwortung zur Sprache.
Weitere wichtige Entscheidungen
Neben diesen Schwerpunkten stehen mehrere Gesetzesvorhaben zur Beratung und Beschlussfassung an. Dazu zählen Änderungen der Kirchlichen Haushaltsordnung, des Kirchenbaugesetzes und der Zusammensetzung der Kirchenleitung sowie eine Neuordnung der Propsteibereiche. Außerdem soll die Kirchensynodalwahlordnung neu gefasst werden.
Auf der Tagesordnung stehen darüber hinaus die Berichte der Diakonie Hessen, der Regionalen Diakonie in Hessen und Nassau sowie der Gesellschaft für diakonische Einrichtungen in Hessen und Nassau. Auch die Wiederwahl des Propstes für Starkenburg, die Wahl von Mitgliedern für die kommende EKD-Synode und Nachwahlen in synodale Ausschüsse sind vorgesehen.