Einfach mal Danke sagen

veröffentlicht 29.09.2026, Dekanat an der Dill

Mit Erntedank wird deutlich: Wir existieren nicht aus uns selbst...

Wir feiern Erntedank. Ein Fest, bei dem wir die Ernte einfahren, manchmal auch die Ernte eines Lebens. Wie wichtig ist es, dem Dank zu sagen, der uns gibt, was wir tagtäglich brauchen: unserem Gott. Denn nicht aus uns selbst existieren wir, nicht durch unsere Fähigkeiten, nicht durch unsere Leistung, auch wenn viele der Auffassung sind. Danke zu sagen und Demut, zu leben, das wäre wichtiger in unserer Zeit denn je. In Psalm 104 heißt es: Lobe den HERRN, meine Seele! Du lässest Gras wachsen für das Vieh und Saat zu Nutz den Menschen, dass du Brot aus der Erde hervorbringst, dass der Wein erfreue des Menschen Herz und sein Antlitz schön werde vom Öl und das Brot des Menschen Herz stärke. HERR, es warten alle auf dich, dass du ihnen Speise gebest zur rechten Zeit.  In unserem Land muss niemand verhungern, weil ihm das tägliche Brot fehlt. Danke Gott, dafür, denn wir wissen: Es ist nicht selbstverständlich. Es gibt Länder auf der Welt, da sieht es ganz anders aus. 

Ein weiterer Grund zum Danke sagen ist, dass Kinder geboren werden, dass sie lachen lernen, dass wir ihnen als Erwachsene helfen beim Großwerden mit Liebe und mit Grenzen. 

Die Liebe – sie ist ganz wichtig für alle. Denn Liebe gehört zu den Dingen, die wir nicht essen und trinken können und die wir trotzdem so nötig brauchen wie das tägliche Brot. Vom Wein spricht der Psalm, der den Menschen fröhlich macht. Dabei kommt es nicht auf den Wein an, sondern auf die Freude: Dinge, über die wir uns freuen können; die brauchen wir so nötig wie das tägliche Brot. Öl, das den Menschen schön macht. Das heißt, dass wir uns von Zeit zu Zeit ganz und gar wohlfühlen in unserer Haut; dass wir das Gefühl haben: „So, wie ich bin, bin ich gut und bin ich schön“ – auch das brauchen wir so nötig wie das tägliche Brot. So richtig freuen und so richtig wohlfühlen in seiner Haut kann nur, wer Liebe erfährt; wer spürt: Es gibt Menschen, die meinen es gut mit mir; die lieben mich so, wie ich bin, ob einfach oder schwierig. 

Erntedank! Wir sagen Gott „Danke“ für das tägliche Brot; für die Liebe, die jeder Mensch braucht, für Familie und Freunde. 

Gott, lehre uns Demut zu leben und lehre uns Danke zu sagen. 

 

Kathleen Theiß ist evangelische Pfarrerin in der Gesamtkirchengemeinde Westerwald mit Sinn.