Ein Fest zum Lobe Gottes

veröffentlicht 22.09.2026, Dekanat an der Dill

Dekan Andree Best über den Dekanatskirchentag...

Eigentlich war es kein Wetter für ein Fest. Der Himmel war grau, der Regen zäh. Und trotzdem strömten die Menschen am vergangenen Sonntag zum Johanneum-Gymnasium in Herborn. Sie kamen aus unserem ganzen Dekanat und darüber hinaus und bald war die festlich geschmückte Halle gefüllt mit Stimmen, Musik und mehr als tausend Menschen, die miteinander Gottesdienst feierten.

Welch ein Auftakt zu unserem Kirchentag an der Dill! Und das Fest ging weiter: mit Musik und Poesie, Kinderlachen, Bibelarbeit, Diakonie und Tansania-Partnerschaft, Gesprächen und Segen. Der Himmel war grau. Die Kirche war bunt.

Mich hat dieser Tag bewegt. Vor allem, weil so viele Menschen dahinterstanden. Haupt- und Ehrenamtliche haben geplant, aufgebaut, musiziert, Gäste begrüßt, Begegnungsräume geschaffen und hinterher alles wieder aufgeräumt. Ihnen gilt mein großer Dank. Kirche lebt von Menschen, die ihre Zeit, ihre Begabungen und ihr Herz einbringen.

Das war meine schönste Erfahrung: Es gibt noch viel mehr von Kirche zu erzählen als vom Wenigerwerden. Da ist eine Freude, die Menschen zusammenführt, eine Gemeinschaft, die trägt, und eine Hoffnung, die den Gesichtern anzusehen war. 

„Die Freude am HERRN ist eure Stärke“, heißt es im Buch Nehemia. An diesem Sonntag brauchte dieser Satz keine große Erklärung. Man konnte die Freude sehen: in den Gesichtern, beim Singen, in den Begegnungen. Man konnte sie hören im Lachen und in der Musik. Und man konnte spüren, wie gut es tut, miteinander zu feiern, zu glauben und zu entdecken: Wir sind viele. Wir haben einander. Gott ist mitten unter uns.

Darin liegt für mich die Kraft einer lebendigen Kirche. Sie hat unserer Gesellschaft etwas zu geben: Menschenwürde und Nächstenliebe, Hoffnung auf Frieden, Gemeinschaft über Grenzen hinweg – und Vertrauen in die Zukunft.

So sollte jeder Sonntag sein: ein Festtag zum Lobe Gottes. Eine Unterbrechung des Alltags, die uns daran erinnert: Gott trägt uns. Darum müssen wir nicht nur um uns selbst kreisen. Wir können uns einmischen, wo Menschen uns brauchen, für ihre Würde eintreten, Gemeinschaft stiften und der Hoffnung Raum geben – mitten in unserer Gesellschaft.


Andree Best ist Dekan des Evangelischen Dekanats an der Dill.