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Die „Arche“ in Eibelshausen: Visionärer Bau stärkt das Gemeindeleben
Eibelshausen (hjb). Wie ein Schiff hebt sich der ovale Neubau, direkt an der Dietzhölze gelegen, von der historischen Silhouette der evangelischen Kirche Eibelshausen ab und bildet trotz gegensätzlicher Formensprache eine harmonische Einheit. Die „Arche“, der Anbau an die Kirche, wird am kommenden Sonntag, 3. Dezember, 10 Uhr, offiziell der Gemeinde übergeben. Nur wenige Monate nach dem Spatenstich Ende November 2005 wird das Gebäude nun eröffnet.
Sehr visionär und mutig hat der Kirchenvorstand die „Arche“ als Projekt favorisiert und umgesetzt. Auslöser war eine 2003 entwickelte Gemeindekonzeption, in der es heißt, die Kirchen- gemeinde möchte die Gemeinschaft fördern. „Bislang fehlte es aber an Räumen, in denen sich alte und junge Menschen vor allem nach den Gottesdiensten begegnen konnten“, berichtet Gemeindepfarrer Wieland Schäfer. Mit dem Anbau sind neue Veranstaltungsräume entstanden, die von Eltern und Kleinkindern während der Gottesdienste sowie für das Kirchencafé, für Sitzungen und Gruppenversammlungen genutzt werden können.
Im Juli 2004 hat der Kirchenvorstand in einer Klausurtagung beschlossen, dass ein Anbau an die Kirche erfolgen soll. Das kleine ursprünglich der Kommune gehörende Grundstück neben der Kirche ließ diese kreative Lösung zu, um auf zwei Etagen ausreichend Platz für Gruppen und das Gemeindebistro entstehen zu lassen. Die Planungen hat ein örtliches Architekturbüro übernommen. Im Herbst 2004 wurden erste Entwürfe im Bauausschuss beraten. Im Spätherbst wurden diese Vorentwürfe mit der Kirchenbauverwaltung abgestimmt. Nach dem der Kirchenvorstand dem Entwurf zugestimmt hatte, erhielten die Gemeindemitglieder in der Gemeindeversammlung am 27. Januar 2005 erstmals Einblick in die Planungen.
Aufgrund der positiven Resonanz hat der Kirchenvorstand in seiner Sitzung am 12. März 2005 die Umsetzung der Planung beschlossen. Bekräftigt wurde der Kirchenvorstand durch die vielen beeindruckenden Rückmeldungen, in denen finanzielle und praktische Hilfe zugesichert wurden. „Wir sind tief beeindruckt und dankbar darüber, dass die zugesagten Unterstützungen in finanzieller und praktischer Seite nicht nur eingehalten sondern weit übertroffen wurden“, sagt Wieland Schäfer. Den überwiegenden Teil der Innenausbauten haben Gemeindemitglieder in Eigenleistung übernommen. So konnten die Baukosten begrenzt werden.
„Angesichts rückläufiger Haushaltsmittel ist es eine mutige und zukunftsweisende Entscheidung, die die Kirchengemeinde Eibelshausen mit dem Anbau direkt an der Kirche getroffen hat“, sagt der Dillenburger Dekan Roland Jaeckle. Er würdigt das Arche-Projekt als „sichtbaren Ausdruck einer Haltung, die sich nicht nur an den vorhandenen Mitteln, sondern an dem orientiert, was Gott seiner Gemeinde schenken möchte.“ Pfarrer Wieland Schäfer sieht in dem Neubau die ideale Verbindung von Alten und Neuem. „Alte und junge Menschen bleiben in Verbindung, hören aufeinander. Alte und neue Traditionen erklären sich gegenseitig. Alte und neue Formen gemeindlichen Lebens ergänzen einander. All das geschieht freilich auf einer gemeinsamen Basis, im Hören auf das Wort Gottes, in der Nachfolge Jesu“, sagt Schäfer.
Das Haus in Form eines Schiffes erinnert Wieland Schäfer an das Wesen christlicher Gemeinde: „Es ist das Unterwegssein. Das Unterwegssein zu Menschen, das Unterwegssein auf neuen Wegen, der mutige Aufbruch in Gottes Namen. Martin Luther beschreibt das einmal so, dass unser Leben als Christ ein Werden und nicht ein Sein ist. Dieses Unterwegssein, dieser Mut zum Aufbruch lässt sich in der Sprache der Architektur wieder finden durch den Bug des Schiffes, der schon in die Bach hineinragt. So macht uns das Gebäude Mut, unserem Herrn zu folgen, auch da wo Nachfolge Neuanfänge, Aufbrüche bedeutet, im eigenen Leben sowie im Leben der Gemeinde.“ Der Gemeindepfarrer freut sich, dass auch das Kirchenschiff renoviert worden ist. „Die Wände, Bänke und Fenster erhielten einen neuen Anstrich, die alte Beleuchtung wurde durch eine neue ersetzt, ebenso die Lautsprecheranlage und die Heizungsanlage“, bericht er. Zusätzlich wurde eine Lüftungsanlage für ein besseres Raumklima in das Gotteshaus eingebaut.
Wieland Schäfer möchte den vielen Spenderinnen und Spendern danken, die sich das Anliegen der Innenrenovierung und des Anbaus an die Kirche in besonderer Weise zu ihrer Sache gemacht haben. „Wir danken allen, die uns finanziell durch eine einmalige oder auch regelmäßige Spenden unterstützt haben. Wir fühlen uns reich beschenkt und möchten auch allen Firmen und Institutionen danken, die uns bei der Verwirklichung der Projekte unterstützt haben.“
Dass die Identifikation der Menschen mit der Kirche und ihrer Arche schon recht hoch ist, zeigt sich nicht nur in der Bereitschaft beim Bau mit anzupacken und Geld zu spenden. Zur Wiedereinweihung der Kirche hat Manfred Stenger ein besonderes Geschenk: Er hat die alten Kirchenschlüssel und eine Glockenscherbe aufbewahrt, die sein Vater Hermann Stenger, der damalige Küster, 1943 aus einem Scherbenhaufen gerettet hat: „Die alte Bronzeglocke musste für Kriegszwecke zerschlagen und abgegeben werden“, erzählt Manfred Stenger. Nun soll die Scherbe mit der Aufschrift 1805 einen würdigen Platz in der Kirche erhalten.
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